Die Böse Welt und das neutrale Ich

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Ey, jetzt reichts! Ich schlage mich durch den Alltag und bin von allem und jedem angenervt. Warum ist das Leben so voller Mist und unangenehmer Ereignisse? Ich meine, ich bin 30, irgendwann muss das doch mal aufhören? Irgendwann muss es doch einfach mal gut sein?

Ich hab jetzt schon die fünfhundertste Beziehung und bin wieder an der gleichen Stelle. Im Job siehts auch nicht besser aus, ich hasse meine Arbeit, überhaupt nirgendwo gehts so richtig voran. Alles und Jeder nervt mich einfach nur noch ab. Wahrscheinlich sollte ich einfach auswandern: Dauerurlaub in der Sonne oder so. Dann hört das alles auf…

Bla bla bla. In diesem kleinen Auftakt versteckt sich ein Problem. Vielleicht findest du es: Was haben folgenden Situationen alle gemeinsam?

1. Meine Beziehung nervt mich, weil sie/er mir nicht gibt, was ich brauche. Immer ist sie/er so komisch zu mir.
2. Ich hab mich total daneben verhalten, weil ich gestern mal wieder Alkohol trank.
3. Ich hasse reiche Menschen, weil mehr Geld ganz klar den Charakter verdirbt.
4. Ich bin schlecht gelaunt, weil die Leute einfach kein Auto fahren können.
5. Ich geh montags schon mit Tiefstand-Mundwinkeln zur Arbeit, weil ich den Mist nicht mehr sehen kann

Hast du es herausgefunden?

Aufgepasst, jetzt wird es psychologisch:

Die Situationen haben gemeinsam, dass sie:
a) Nur Situationen sind.
b) Ich mit ihnen konfrontiert werde.
c) Die Frage: „Wer ist hier Schuld“ klar auf die Situation fällt.

Vielleicht wird langsam klar, dass der Schlüssel für die Lösung aller Probleme hier im Punkt a) liegt.
Ganz deutlich: ES SIND EINFACH NUR SITUATIONEN. Sie sind nicht gut, sie sind nicht böse, sie sind einfach nur.


Lass mich das verdeutlichen: Wenn Alkohol die Schuld daran hätte, dass man sich so wie ich daneben verhält, würden sich 100% der Menschen, die Alkohol trinken, genauso daneben verhalten wie ich, richtig? So ist es aber nicht. Jeder bekommt irgendwie eine andere „Macke“ beim Trinken. Einer wird aggressiv, ein anderer extrovertiert, die nächste pennt einfach ein, eine letzte wird sexuell anzüglich. Die Probleme mit Alkohol sind so vielseitig wie wir Menschen selbst.

Ja, jetzt sollte es klar werden: Weil es eben nicht an der Sache liegt, sondern am Menschen, der mit der Sache in Kontakt gerät!

Das Problem ist nicht der Alkohol, das Problem bist du.
Das Problem ist nicht die Beziehung, sondern du.
Das Problem ist nicht die Arbeit, sondern du.
Das Problem ist nicht Geld, sondern du.

Wenn eine neutrale Sache auf einen nicht-neutralen Menschen trifft, dann wird das, was im Menschen ohnehin schon in Schieflage steht, durch die Sache angeheizt.
Die neutrale Sache bietet uns sozusagen eine Plattform, auf der wir unsere Probleme ausleben können.

Wenn ein Mensch innerlich dazu tendiert egoistisch zu sein und sich geheim wünscht andere Menschen zu kontrollieren, dann rate mal was passiert, wenn er finanzielle Mittel bekommt um seinen Charakter auszuleben?

Wenn du dich selbst nicht lieben kannst, dir selbst nicht genug bist, dann wirst du von einer in die nächste Beziehung springen, nur um vor dem Allein-Sein zu flüchten. Die Liebe, die du dir selbst nicht geben kannst, musst ja schließlich irgendwo hin.

Das perfide an der Sache ist: Wir flüchten von einer in die nächste Situation, tauschen Liebende aus, wechseln Jobs, Orte, alles mögliche. Die Probleme bleiben. Wir leben sie einfach nur anders aus und merken in unserem ganzen Hass und Schuldzuweisen gar nicht, dass wir selbst diejenigen sind, an denen wir arbeiten sollten.

Und jetzt drehen wir das mal um und nehmen das Szepter wieder in die eigene Hand.

1. Nicht die Sitatuation sollten wir ändern. Wir sollten sehen, was die Situation aus uns „herausholt“, welche tiefen Probleme, Komplexe oder Mängel sie uns zeigt. Dann können wir da arbeiten, wo es sich lohnt. Und nie, nie wieder wird eine Situation dieser Art uns so schlecht tun. 

2. Gleichzeitig werden wir Stück für Stück ausgeglichenere Menschen. Wir müssen ja an uns arbeiten. Wenn der Charakter schließlich ausgeglichen ist, dann kann keine Plattform dieser Welt gestörtes Verhalten in uns hervorrufen.

3. Das Leben ist nicht schlecht, sondern schlicht und einfach neutral. Dinge passieren einfach. Die Freundin trennt sich, du wirst gekündigt. Warum sollte das per sé schlecht sein? Du wirst verstehen, dass die Gedanken, die du dir über die Dinge machst, bestimmen ob sie für dich gut oder schlecht sind. Eine Trennung oder eine Kündigung sind auch immer Sprungbretter zu einer noch besseren Beziehung, noch erfüllenderen Arbeit. Bevor du nachher wieder zurückschaust und dann erst bemerkst, dass es eigentlich gut so war, versuch es lieber gleich. Frag dich Fragen wie: „Warum ist das jetzt eigentlich gut für mich?“ und fokussiere dich richtig.

Damit hast du einen kleinen Schlüssel zur Meisterung des Lebens und seiner vermeintlichen Ups and Downs: Damit ist die Macht wieder in deiner Hand und du kannst dein Erleben selbst gestalten.

Ich bin gespannt wie du damit umgehst und wünsch dir viel Spaß!

Dein Phil von MoveON

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